Nach einem Zwischenstopp in Addis Abeba (Äthiopien) und auf dem Kilimanjaro Airport landete ich nach ca. 10 Stunden Flugzeit auf Sansibar.
Die Insel ist etwa 1.660 km² groß und befindet sich im Indischen Ozean.
Die Hauptstadt ist Zanzibar-Town mit der Altstadt "Stone Town", die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.
Sansibar erlangte 1963 Unabhängigkeit vom Oman und schloss sich mit dem Festlandstaat "Tanganjika" zusammen. Hieraus enstand der Landesname Tansania.
Reichtum erlangte die Insel zu Sultanszeiten durch den Handel mit den verschiedensten Gewürzen und Sklaven.
Heute leben etwa 1 Mio. Menschen auf Sansibar, von denen 95 % Muslime sind.
Die Hauptwirtschaftsfaktoren sind die Landwirtschaft und der Tourismus.
Exportiert werden vor allem Kokosnüsse und Gewürze wie Zimt und Vanille. Die Haupthandelspartner sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Großbritannien und Indien.
Karibu Sansibar!
"Jambo!" "Mambo!" "Poa." "Fresh." oder besser gesagt: "Hallo, alles fresh bei dir?"
4 kleine Wörter = eine Begrüßung, die auf der ganzen Insel verstanden und angewandt wird.
Dies bekam ich gleich bei meiner Ankunft auf dem Flughafen zu verstehen. Danach folgte eine 1,5-stündige Fahrt in das Dorf Jambiani, wo meine Unterkunft war.
Nachmittags unterrichtete ich Erwachsene in der Secondary School des Fischerdorfes Kizimkazi.
Die Schüler kommen freiwillig zu diesem Unterricht, weil sie ihr Englisch aufbessern möchten.
11 Wochen werden sie nun unterrichtet, um in Woche 12 ein Examen zu schreiben.
Alle Schüler waren sehr aufmerksam und diszipliniert. Während des Unterrichts spürte man ganz deutlich, dass sie ein Ziel vor Augen haben und dieses unbedingt erreichen möchten. Für sie bedeuten gute Englischkenntnisse bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Demzufolge gehen sie motiviert zum Unterricht, denn sie wissen sehr genau, dass er eine Hilfe für ihr späteres Leben darstellt.
Typisch für Afrika, zu selten in Deutschland der Fall.
Der Abschied nach 2 Wochen Unterricht in der Klasse fiel mir sehr schwer. Es war ein ziemlich trauriger Moment, als ich mich von meinen Schülern verabschiedete. Die lieben Worte, die ich von ihnen erhielt, machten es auch nicht einfacher. Ich solle sie nicht vergessen, ich sei eine so nette Lehrerin und ich könnte sie doch jetzt nicht verlassen.
Musste ich aber schweren Herzens.
Hier geht's zu meinem Teil II -> Klick
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| Quelle: www.brigitte.de |
Die Hauptstadt ist Zanzibar-Town mit der Altstadt "Stone Town", die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.
Sansibar erlangte 1963 Unabhängigkeit vom Oman und schloss sich mit dem Festlandstaat "Tanganjika" zusammen. Hieraus enstand der Landesname Tansania.
Reichtum erlangte die Insel zu Sultanszeiten durch den Handel mit den verschiedensten Gewürzen und Sklaven.
Heute leben etwa 1 Mio. Menschen auf Sansibar, von denen 95 % Muslime sind.
Die Hauptwirtschaftsfaktoren sind die Landwirtschaft und der Tourismus.
Exportiert werden vor allem Kokosnüsse und Gewürze wie Zimt und Vanille. Die Haupthandelspartner sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Großbritannien und Indien.
Karibu Sansibar!
"Jambo!" "Mambo!" "Poa." "Fresh." oder besser gesagt: "Hallo, alles fresh bei dir?"
4 kleine Wörter = eine Begrüßung, die auf der ganzen Insel verstanden und angewandt wird.
Dies bekam ich gleich bei meiner Ankunft auf dem Flughafen zu verstehen. Danach folgte eine 1,5-stündige Fahrt in das Dorf Jambiani, wo meine Unterkunft war.
Herzlichkeit
Sobald man als Volontär in Jambiani arbeitet, gehört man zur Gemeinschaft des Dorfes. Überall wird man von den Dorfbewohnern begrüßt und die Kinder kommen hinterher gerannt, wenn man mit dem Fahrrad zur Schule fährt. Man spürt die afrikanische Herzlichkeit und fühlt sich sofort willkommen.
Eines der Highlights des Zusammenlebens war für mich das "Local Meal" (Traditionelles Abendessen), das jeden Mittwoch in einem Haus einer einheimischen Lehrerin oder eines Mitglieds der lokalen Frauengruppe stattfand. Ostafrikanische Spezialitäten bis zum Umfallen - selbstverständlich wurde ohne Besteck gegessen!
Die Vorschulen
Während meines Aufenthaltes in Jambiani unterrichtete ich an zwei Vorschulen.
Die Kinder waren im Alter von 4 bis 7 Jahren. Im Vergleich zu dem kenianischen Bildungssystem, welches ich im vergangenen Jahr kennenlernen durfte, ist das Bildungssystem auf Sansibar deutlich lückenhafter. Einige Lehrer werden nicht von der Regierung bezahlt. Die Schüler entrichten einmal monatlich eine Gebühr, die die Lehrerin erhält. Dementsprechend gibt es keine Kontrollen, die Lehrer können den Unterricht frei planen und dies geschieht meist zum Nachteil der Schüler.
Es existiert kein straffer Lehrplan, was jedoch täglich herrscht, ist Gewalt.
Sobald ein Kind aus der Reihe tanzt, wird es von der Lehrerin geschlagen - nicht nur einmal. Das Schlimmste war in diesem Augenblick für mich, dass ich nichts dagegen tun konnte. "Muzungu" (Weiße) dürfen sich nicht einmischen. Eine traurige Seite des schönen Sansibars...
Die Klassenzimmer waren sehr spärlich ausgestattet. In einer der beiden Schulen gab es keine Bänke und Stühle. Die Kinder saßen und schrieben auf dem Boden.
Außerdem wurde Englisch so gut wie gar nicht verstanden. Der Swahili-Unterricht, den wir zwei Mal in der Woche hatten, ersparte uns so einige Nerven und schonte auch unsere Stimme.
Hätten wir uns nicht auf Swahili verständigen können, hätten wir die Kinder nicht unter Kontrolle bringen können und ihnen auch nicht vermitteln können, was wir ihnen beibringen wollten.
Die Erwachsenenklasse
Die Schüler kommen freiwillig zu diesem Unterricht, weil sie ihr Englisch aufbessern möchten.
11 Wochen werden sie nun unterrichtet, um in Woche 12 ein Examen zu schreiben.
Alle Schüler waren sehr aufmerksam und diszipliniert. Während des Unterrichts spürte man ganz deutlich, dass sie ein Ziel vor Augen haben und dieses unbedingt erreichen möchten. Für sie bedeuten gute Englischkenntnisse bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Demzufolge gehen sie motiviert zum Unterricht, denn sie wissen sehr genau, dass er eine Hilfe für ihr späteres Leben darstellt.
Typisch für Afrika, zu selten in Deutschland der Fall.
Der Abschied nach 2 Wochen Unterricht in der Klasse fiel mir sehr schwer. Es war ein ziemlich trauriger Moment, als ich mich von meinen Schülern verabschiedete. Die lieben Worte, die ich von ihnen erhielt, machten es auch nicht einfacher. Ich solle sie nicht vergessen, ich sei eine so nette Lehrerin und ich könnte sie doch jetzt nicht verlassen.
Musste ich aber schweren Herzens.
| Die Schule in Kizimkazi |
Fazit zum Bildungssystem
Wie in jedem Entwicklungsland mangelt es auch auf Sansibar an der Bildung. Kinder erscheinen unregelmäßig zum Unterricht und die Lehrer sind teilweise unmotiviert. Dennoch gibt es wahnsinnig viele (kleine) Schulen, die jedoch den Kindern im ländlichen Raum keine guten Chancen auf bessere Bildung und einen gut bezahlten Arbeitsplatz vermitteln werden. Es besteht ein großer Unterschied zwischen den Schulen innerhalb von Dörfern und denen in Städten und das ist genau der Punkt, der die Bevölkerung auf dem Land benachteiligt. Sie sind deutlich ärmer und haben mehr mit der Versorgung ihrer Familie zu kämpfen, als die Menschen in den Städten.
Es erschien mir so, als würde der Unterricht in den Erwachsenenklassen deshalb gerne genutzt, weil er den Mangel an Bildung, den die Schüler in ihrer eigenen Schulzeit erlitten, wieder ausgleichen soll.
Das Unterrichten in der Erwachsenenklasse hat mir am meisten Freude bereitet, denn man bekommt jeden Tag ein Feedback von seinen Schülern und sieht wo man sie hingebracht hat.
Die Kinder in den Vorschulen sind dazu noch zu klein. Man sieht zwar auch hier Erfolge, aber produktiver arbeitet man eben doch mit den Erwachsenen.
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