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Pushkar's Camels - Indien Teil III

Reise in die Wüste


Je näher wir der Stadt Pushkar kamen, desto wüstenartiger wurde die Landschaft. Ab und zu sah man Kamele an den Straßenrändern, die als Zugtiere vor Wagen angespannt waren. 
Pushkar liegt am Rande der Wüste Thar, welche sich bis zur pakistanischen Grenze erstreckt. In der "heiligen" Stadt gibt es den Pushkar-See, in dem Gläubige baden und beten. Außerdem steht hier der einzige Tempel des Gottes Brahma, der sich angeblich selbst Pushkar als seinen Tempel-Standort aussuchte.


Gläubige am Pushkar-See


Auf dem Markt

In Pushkar angekommen, wurde zunächst der berühmte Markt besucht. Die engen Gassen waren menschenüberfüllt. Zudem liefen natürlich jede Menge Kühe umher und Motorräder fuhren in ziemlich unangepasster Geschwindigkeit haarscharf an einem vorbei.
Da Pushkar ein sehr beliebter Touristenort ist, gibt es hier jede Menge Einheimische, die mit dem Tourismus Geld verdienen wollen. Bettler laufen minutenlang hinter dir her, obwohl du ihnen schon deutlich zu verstehen gegeben hast, dass du ihnen kein Geld geben wirst. Männer in traditioneller Kleidung möchten, dass du Fotos von ihnen machst, natürlich sollst du sie hierfür bezahlen. Und dann gibt es noch Frauen, die auf dich zukommen, deine Hand nehmen und beginnen, sie mit Henna zu bemalen, was dich natürlich auch Geld kosten wird. Ich fühlte mich in Pushkar etwas unwohl, denn ich war die meiste Zeit damit beschäftigt, die oben genannten Dienstleistungen dieser Personen mit einem ernsten „No“ abzulehnen.


Markt von Pushkar



Ein Ritt durch die Wüste

Nach dem Rundgang auf dem Markt folgte nun die Kamelsafari. Mit einem Kameltreiber ritten wir ca. 2,5 Stunden durch die Wüste. Wir sahen eine wunderschöne und abwechslungsreiche Vegetation. Neben Sanddünen existierten hier auch Blumenfelder und erstaunlicherweise viel Grün.  
Jedoch machten wir auch unschöne Entdeckungen: mitten in der Wüste lebten die Ärmsten der einheimischen Bevölkerung. In notdürftigen Zelten hausten sie irgendwo im Nirgendwo. Die vielen Kinder trugen kaputte oder keine Kleidung, Hunde rannten umher und überall um die Zelte herum lag Plastikmüll. Es stimmt mich immer wieder sehr nachdenklich, wenn ich solch ein Elend sehe. Doch, dass ich es bei dieser Art von Reise definitiv sehen werde, ist mir schon vor der Reiseantritt immer bewusst.
Das Leben in Entwicklungsländern ist nun einmal nicht vergleichbar mit unserem in Deutschland. Wir haben viel mehr Luxus, den wir teilweise als selbstverständlich empfinden. Umso erschrockener sind Leute, wenn ich von meinen Reisen berichte und ihnen auch die Fotos zeige, die Armut und Elend widerspiegeln.





Wir erreichten unser Camp bei Sonnenuntergang und wurden mit Chai (Tee) und Pakora (frittiertes Gemüse) empfangen. Die Nacht verbrachten wir in einem Zelt in der Wüste. Es war ziemlich windig und kalt (um die 8 °C). Wer also vorhat, auch in einer Wüste zu übernachten, sollte sich unbedingt warme Sachen mitnehmen. Die Temperaturen können in manchen Monaten auch um die 0 °C betragen.



Zelte des Camps



Good to know

Generell gilt bei allen Besichtigungen von Tempeln und beim Laufen um den Pushkar-See: Schuhe ausziehen. Natürlich sind die Wege auch ziemlich verschmutzt, wer also nicht dazu bereit ist, sollte sich entweder vorher entsprechend dafür ausrüsten oder muss leider auf die Besichtigungen verzichten.
Auf dem Markt sollte man, wie überall, immer verhandeln. Wer mehr als die Hälfte des Preises bezahlt, den der Verkäufer nennt, bezahlt eindeutig zu viel!


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The more closer we got to the city of Pushkar, the landscape became more desert-like. From time to time we saw camels along the roadsides which were strained as draft animals before carts.
Pushkar is situated on the edge of the Thar Desert which extends to the border of Pakistan. In the "holy" city, there is the Pushkar Lake, believers swim and pray here. In Pushkar you can find the only temple of Lord Brahma who supposedly chose Pushkar for the location his temple.

After arriving in Pushkar we visited the famous market. The narrow streets were crowded. In addition, there were a lot of cows and motorcycles drove in a pretty unadjusted speed.
Because of beeing a very popular tourist destination, there are plenty of locals who want to earn money with tourism. Beggars follow you, even though you gave them already to understand that you will not give them money. Men in traditional clothes want you to take photos of them, of course, you shall pay for this. And then there are women who take your hand and begin to paint it with henna, which will cost you money as well. I felt uncomfortable in Pushkar because most of the time I was busy with rejecting the above services of these persons with a serious "No".

After the market visit we did our camel safari. With a camel driver we went about 2.5 hours through the desert. We saw a beautiful and varied vegetation. Besides sand dunes also flower fields and greenery existed.
However, we also made unpleasant discoveries: in the middle of the desert lived the poorest of the native population. They lived in makeshifted tents. Many children wore broken or no clothing, dogs were running about and the area around the tents was full of plastic waste.
It always makes me very thoughtful when I see such a misery. But I am always aware of this.
Life in developing countries is definitely not comparable to ours in Germany.

We reached our camp at sunset and received Chai (tea) and Pakora (fried vegetables). We spent the night in a tent in the desert. It was quite windy and cold (around 8 ° C), so if you intend to stay in a desert, take warm clothes with you. The temperatures can fall to 0 ° C in some months.

Good to know:

You have to take off your shoes when visiting temples and while walking around the Pushkar Lake. Of course, the paths are also quite dirty, who does not feel comfortable with that should either equip before it accordingly or is not able to do this sightseeing.
At the market you should always bargain. Who pays more than half of the price which the seller told you, pays entirely too much!

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